06.12.2016

Erster gemeinsamer Regulierungstag des BDEW und der KVK

Am 23. November fand der Regulierungstag des BDEW zum ersten Mal in Kooperation mit der KVK in Köln-Marienburg statt. Mit rund 80 Teilnehmern, hochkarätigen Vorträgen und spannenden Diskussionen bot die Veranstaltung den Experten aus der Netzbranche den passenden Überblick über die aktuellsten Regulierungsthemen.

Als besondere Schwerpunkte der dritten Kostenprüfung Gas hob Herr Franke die Analyse der Mittelwertbildung sowie die Besonderheiten des Basisjahres hervor. Er betonte dabei, dass das Augenmerk der Behörde auf ausgewählten Kostenarten wie z.B. Wartung- und Instandhaltungskosten sowie Rechtsberatung liegen wird.
Als weiteren Fokus der Kostenprüfung stellte der Vizepräsident der BNetzA die Eigenkapitalquote der Netzbetreiber dar und wies auf eine mögliche Kappung dieser hin. Hierfür soll ein Abgleich mit anderen Sparten des Netzbetreibers erfolgen.
Der Fahrplan der BNetzA sieht den Abschluss der Kostenprüfung für Verteilnetzbetreiber im Regelverfahren für April 2017 vor.

Anschließend erläuterten Frau Dr. Henseler-Unger (WIK - Gutachterin der BNetzA) und Herr Dr. Burger (Oxera - Gutachter des BDEW) den Teilnehmern das methodische Vorgehen zur Bestimmung des generellen sektoralen Produktivitätsfaktors (X-Gen) aus verschiedenen Blickwinkeln. Beide stellten heraus, dass die Bestimmung der Höhe des X-Gen eine der wesentlichen Fragen der kommenden Regulierungsperioden sein wird.

Hitzig diskutiert wurden auch die jüngst von der BNetzA festgelegten kalkulatorischen Eigenkapitalzinssätze. Prof. Hoffjan äußerte sich verwundert über die Berechnungsmethodik der BNetzA, die einer wissenschaftlichen Herangehensweise widerspräche. Herr Franke betonte, dass bei der BNetzA sowohl die geltende Rechtsprechung als auch der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Diskussion berücksichtigt werden.

Zum Abschluss warnte Herr Dr. Landeck vor schnellen Innovationszyklen bei intelligenten Messgeräten. Die sog. „modernen Messeinrichtungen", die im Gesetzentwurf des Messstellenbetriebsgesetzes vorgesehen sind, seien bereits heute nicht mehr auf dem Stand der Technik. Ein schneller zweiter Rollout würde die Wirtschaftlichkeit des Projekts bei den verantwortlichen Netzbetreibern bedrohen.