Der Netzkaufpreis und das damit verbundene Kaufpreisrisiko bei einer Netzübernahme im Rahmen eines Wechsels des Konzessionärs gehört zu den entscheidenden Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit einer Netzübernahme.

In der Vergangenheit gab es große Schwankungen in der Höhe der verhandelten Netzkaufpreise und eine große Zahl teilweise widersprüchlicher Rechtsprechungen zu dieser Streitfrage. Die Formulierung der „wirtschaftlich angemessenen Vergütung“ gemäß § 46 Abs. 2 EnWG offenbarte Interpretationsspielraum, so dass in der Praxis verschiedene Wertkonzepte bei der Ermittlung des Netzkaufpreises Anwendung fanden.

Diese Rechtsunsicherheit bei Netzübergängen zu verringern war ein wesentliches Ziel im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung. Einiges Spricht dafür, dass dieses Ziel erreicht wurde. Mit der Änderung des § 46 Abs. 2 EnWG wurde der Begriff der „wirtschaftlich angemessenen Vergütung“ konkretisiert. Durch die Benennung des objektivierten Ertragswerts als maßgebliches Wertkonzept wurde das Kaufpreisrisiko zwar nicht komplett eliminiert, aber die Bandbreite über die in Zukunft verhandelt werden wird, dürfte deutlich schmaler werden.

Für einen potenziellen Netzerwerber bietet dies erstmalig die Chance bereits auf Grundlage der Daten, die im Rahmen eines Konzessionsverfahrens bereitgestellt werden, eine belastbare Abschätzung der Höhe des zu erwartenden Netzkaufpreises durchzuführen.

Grafik Netzbewertung