Wie sollten die EK-Zinssätze für die kommende Regulierungsperiode abgeleitet werden?

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Professoren Hoffjan und Posch zusammen mit den Experten der KVK im Rahmen eines Gutachtens, das vom Spitzenverband der deutschen Energiewirtschaft, dem BDEW, in Auftrag gegeben wurde. Es markiert damit die Position der Branche zu einer Schlüsselfrage, die derzeit sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf der gesetzgeberischen Bühne kontrovers diskutiert wird.

Gutachten und Positionspapier des BDEW finden Sie unter:

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Zusammenfassung der Ergebnisse:

Die Bundesnetzagentur muss die Eigenkapitalzinssätze für die kommende Regulierungsperiode (Gas: 2018 – 2022; Strom 2019 – 2023) spätestens in 2016 festlegen. Es besteht das Risiko, dass diese aufgrund historisch niedriger Zinssätze am Kapitalmarkt deutlich niedriger ausfallen als in der vergangenen Regulierungsperiode. Die Auswertungen der Gutachter zeigen jedoch auf, dass bei rückläufigen Renditen risikofreier Wertpapiere die Aufschläge für risikobehaftete Investments steigen (Marktrisikoprämie). Im Ergebnis bleiben die Renditeanforderungen der Investoren damit auf einem relativ stabilen Niveau. Die bisher angewandte Methode der Behörde zur Ableitung des Eigenkapitalzinssatzes wird diesen beiden Aspekten jedoch nicht gerecht und würde zu einer deutlichen Unterschätzung der tatsächlichen Eigenkapitalkosten für die 3. Regulierungsperiode führen.

Die KVK-Gutachter schlagen daher zwei Anpassungen in der Berechnungssystematik vor, um Netzbetreibern eine risikoadäquate Verzinsung zu ermöglichen:

  • Der Referenzzeitraum für die Durchschnittsermittlung des risikofreien Basiszinses sollte von 10 auf mindestens 20 Jahre verlängert werden und
  • bei der Ermittlung der Marktrisikoprämie sollten die Verhältnisse des deutschen Kapitalmarktes und des Weltmarktes zu gleichen Teilen berücksichtigt werden.